Highlights aus den Häusern

Am Vormittag in die Ausstellung gehen und nachmittags in einen See springen? Ein Picknick im Park genießen und danach auf den Spuren der Geschichte unterwegs sein? Mit dem Fahrrad von Haus zu Haus fahren? Das kann man in Steglitz-Zehlendorf! Bei 16 zugehörigen Häusern ist jeden Monat etwas Besonderes los. Wir empfehlen: Kommen Sie öfter - Hier finden Sie immer eine aktuelle Auswahl des Programms!

Spieleabend - Klassenkampf im AlliiertenMuseum

Brettspielabend in der Sonderausstellung ColdWarGames

20.02.2026 Ӏ 18–21 Uhr

Im Rahmen der Sonderausstellung ColdWarGames laden das AlliiertenMuseum und das Computerspielemuseum zu einem Brettspielabend mit dem Spiel „Klassenkampf“ ein. Die Teilnehmenden erhalten zunächst eine Einführung in die Sonderausstellung, die sich mit Spielen und Spielkulturen im Kontext des Kalten Krieges beschäftigt.

Im Anschluss haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, gemeinsam eine Runde „Klassenkampf“ von 1980 zu spielen und die im Spiel verhandelten gesellschaftlichen und politischen Fragen praktisch zu erleben.

„Klassenkampf“ ist ein politisches Brettspiel aus den 1970er/80er-Jahren, in dem die Spielenden unterschiedliche soziale Klassen verkörpern. Die soziale Ausgangsposition wird per Würfel bestimmt und ist – wie im wirklichen Leben – nicht frei wählbar.

Im Spielverlauf geht es um Arbeit, Bildung, politische Mitbestimmung und soziale Konflikte zwischen Kapital und Arbeit. Ziel ist es, aus der Revolution als Sieger:in hervorzugehen.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter: booking@alliiertenmuseum.de oder über die Webseite.

Dauer: 3 Std
Teilnahmealter: ab 16 Jahre
Veranstaltungsort: Nicholson-Gedenkbibliothek
Teilnahmekosten: kostenfrei
Veranstaltungssprache: Deutsch

 

EMILIO VEDOVA – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen

Elisabeth Niggemeyer, Emilio Vedova in seinem Atelier (heute Kunsthaus Dahlem), 1964, Schwarzweißfotografie, Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venedig, © Archiv Elisabeth Niggemeyer

 

Mit der Ausstellung Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen widmet das Kunsthaus Dahlem dem venezianischen Künstler eine Schau, die den Fokus auf seine Berliner Jahre von 1963 bis 1965 legt. Diese Zeit markiert eine wichtige Phase in Vedovas Schaffen, in der er künstlerisch neue Wege beschritt.

Emilio Vedova in Berlin
Eingeladen von Werner Haftmann im Rahmen eines Künstlerprogramms der US-amerikanischen Ford Foundation kam Emilio Vedova (1919–2006) im November 1963 nach Berlin – eine Stadt, die damals wie kaum eine andere für Widersprüche stand: traumatisiert durch die NS-Vergangenheit, zerrissen durch den Kalten Krieg und doch voll kultureller Energie. Diese »Insel-Stadt«, wie Vedova sie nannte, wurde für ihn zum Schauplatz einer höchst produktiven künstlerischen und gesellschaftspolitischen Bestandsaufnahme. Vedova zog in das ehemalige Staatsatelier Arno Brekers in Dahlem, einem historisch aufgeladenen Ort nationalsozialistischer Propagandakunst, dem seine Arbeiten nun diametral gegenüberstanden. In der riesigen Mittelhalle des Gebäudes entstand eine Vielzahl von Werken, die von großer Experimentierlust zeugen.

Über die Ausstellung
Die Ausstellung im Kunsthaus Dahlem konzentriert sich auf die seltener gezeigten Arbeiten aus Vedovas Berliner Zeit. Zu sehen sind einige der vor Ort entstandenen Plurimi – sowohl in Form von Modellen, als auch als ausgeführte Werke. Mit ihnen sprengte der Künstler die Grenzen der Malerei und überführte sie in die Dreidimensionalität. Doch liegt den Werken nicht nur eine formale Auseinandersetzung mit dem Tafelbild zugrunde, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart der Stadt. Es war ihm ein großes Anliegen, jenen Künstlern nachzuspüren, die Berlin einst zu kultureller Blüte verhalfen, den Expressionisten ebenso wie den Dada-Künstlern. Collagen und Grafiken, die er wiederholt als »Hommage à Dada« bezeichnete, zeugen von seiner Auseinandersetzung mit dieser Berliner Strömung der Vorkriegsavantgarde. Zugleich bezog er politisch Position, indem er die Spuren der NS-Vergangenheit und des eskalierenden Ost-West-Konfliktes aufzeigte – nicht durch figurative Bezüge, sondern durch die fehlende Festlegung eines definierten Bildaufbaus und durch einen expressiven Farbauftrag. Für Vedova zeigen die Berliner Plurimi »die Gleichzeitigkeit des Gegenwärtigen, geschehene Ereignisse, die sich immer wieder ereignen und die jeden aufrütteln müssen«.

Die Ausstellung führt chronologisch und thematisch durch Vedovas Berliner Jahre und lädt dazu ein, sein Werk neu zu entdecken. Der Titel Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen greift ein Diktum des Künstlers auf:

»Mein Werk ist alles andere als eine Spielerei, Bewegung um ihrer selbst willen, ganz im Gegenteil …«.
Damit verweist die Schau auf das zentrale Anliegen des Künstlers: Bewegung nicht als Selbstzweck, sondern als Ausdruck gesellschaftlicher, politischer und menschlicher Erfahrungen zu begreifen. Für das heutige Publikum bleibt dabei Vedovas Kunst hochaktuell – als leidenschaftliches Plädoyer für Freiheit, kritisches Denken und künstlerische Unabhängigkeit.

Link zur Ausstellung „EMILIO VEDOVA – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“

Öffnungszeiten:

Mittwoch – Montag: 11 – 17 Uhr
Dienstags geschlossen

„Immer wieder muss die Welt neu gesehen werden“ – Malerei von Karl Schmidt-Rottluff

Karl Schmidt-Rottluff, Beschneite Zweige, 1951, Öl auf Leinwand, Brücke-Museum, Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

 

Das Brücke-Museum widmet seinem Initiator, dem Künstler Karl Schmidt-Rottluff, eine umfangreiche Werkschau. Gezeigt werden rund 70 Gemälde aus den Schenkungen 1964 bis 1974 und dem künstlerischen Nachlass des Brücke-Gründungsmitglieds. So verwahrt das Museum die weltweit größte Sammlung zur Kunst Schmidt-Rottluffs.

Die Ausstellung schöpft aus diesem reichen Fundus und bietet einen Überblick über das gesamte Schaffen des Künstlers – von seinen expressionistischen Anfängen ab 1905 bis hin zum monumentalen, farb- und formstarken Spätwerk der 1960er-Jahre. Dabei zeigt sich nicht nur eine beeindruckende stilistische Entwicklung, sondern auch eine enge Verbindung zwischen Kunst und Biografie. Die Sammlungsschau wird zu einer Reise durch die Lebensstationen Karl Schmidt-Rottluffs: Geprägt vom revolutionären Geist der Brücke-Künstlergruppe, den Kriegsjahren und der Verbundenheit zu den Landschaften, die ihn umgaben, entdeckte er die Welt „immer wieder neu“. Im Zusammenspiel von pulsierenden Farben und bewusster Formvereinfachung verleiht er seinen Motiven eine emotionale Kraft, die bis heute spürbar ist.

Mit dieser facettenreichen Ausstellung ehrt das Brücke-Museum nicht nur das expressionistische Werk Schmidt-Rottluffs sowie seine großzügige Schenkung im Jahr 1964 an das Land Berlin – die Gründungsstunde des Brücke-Museums –, sondern stellt zugleich die Forschung zum Gemälde-Werkverzeichnis des Künstlers vor.

Link zur Ausstellung „Immer wieder muss die Welt neu gesehen werden“

Öffnungszeiten:

Mittwoch – Montag: 11 – 17 Uhr
Dienstags geschlossen

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